Historische aus Wildenbruch
(ein erster Abriss der Geschichte unseres Ortes)
Wildenbruch wird unter vielen anderen Orten der Mark im Landbuch von Kaiser Karl IV. 1375 erstmals urkundlich erwähnt. Die Gründungzeit der Ansiedlung liegt aber weit vor dieser Zeit, wie die Kirche von Wildenbruch als steinernes Dokument beweist. Der Bau dieser Feldsteinkirche kann dem frühen 13. Jahrhundert zugeordnet werden. Im 12. Jahrhundert begann eine große Kolonisationsbewegung.
Die geschützt liegende Dorfstelle bot sich zur Besiedelung an. Der Ort bekam aber auch eine große strategische Bedeutung. Das Gebiet war von einer Heer- und Handelsstrasse durchzogen, die über Treuenbrietzen, Beelitz und Saarmund verlief. Die gefährdetste Stelle dieser wichtigen Strasse war die Landenge zwischen dem Kähnsdorfer- und dem Großen Seddiner See. Wildenbruch hatte mit Fresdorf die Sicherung dieser wichtigen Stelle zu übernehmen.
Wie die Große Hufzahl bestätigt, war Wildenbruch abnorm hoch besetzt mit deutschen Kolonisten, was es als militärischen Stützpunkt ausweist und letztlich auch den Wehrcharakter der Kirche erklärt. Das Dorf dürfte also zu den frühesten Gründungen des Gebietes zählen.
Später wurde aus dem markgräflichen Dorf ein Pfandstück derer von Rochow in Golzow.
Die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges bekam Wildenbruch 1630/31 mit voller Härte zu spüren, als Teile der Armee des Schwedenkönigs bei Tremsdorf ein festes Lager aufschlugen und Kriegstribute von allen umliegenden Dörfern forderten. Ein mit der Geschichte des Dorfes Vertrauter (Klünder) schrieb: Am 13. Januar 1631 erschienen für zwei Nächte und einen Tag 1.000 Mann Kriegsvolk, schlachteten unter Anrichtung sonstigen Schadens viele Rinder ab und nahmen 11 Pferde mit. Am 24. Oktober 1631 kamen sie wieder und zechten den ganzen Tag im Dorfkrug, der am Abend ein Opfer der Flammen wurde.
Doch es kam noch schlimmer, der schlimmste Feind der damaligen Bevölkerung hielt Einzug, die Pest. Von 1630 bis Ende 1631 fiel ein drittel (51 Menschen) der Dorfbevölkerung der Seuche zum Opfer. 1637 kam die Seuche mit voller Kraft zurück. Die Todeseintragungen im Kirchenbuch brechen jedoch am 23. August 1637 ab. Der Grund wird wohl, wie auch die endgültige Zahl der Pestopfer, für immer ungeklärt im Schoß der Geschichte schlummern.
Auch Später noch durchzogen marodierende Söldner durch das Dorf. Von den ursprünglich 18 Bauern- und Kossätenhöfen haben nur sechs den Krieg überstanden. Zwei drittel sämtlicher Höfe verödeten. Selbst der 1631 von den Schweden zerstörte Dorfkrug wurde erst 1694 wieder besetzt.
Nur langsam erholte sich das Land, bis sich Anfang des 18. Jahrhunderts langsam wieder Handwerk und Gewerbe ansiedelte.
Im 19. Jahrhundert wandelte sich das Bild der Wirtschaft. Die Separation war in Wildenbruch 1855 abgeschlossen. Somit konnten die Höfe frei über ihren Besitzt verfügen. Die Folge waren Landverkäufe.
Ab 1910 begann der Verkauf von Ländereien an die Siedlungsgemeinschaft als der Beginn neuer Besiedlung. Dies hatte einen Bevölkerungszuwachs bis auf ungefähr 800 Einwohner zur Folge. Die letzte große Zuzugswelle erfuhr Wildenbruch mit der Wiedervereinigung des seit dem Zweiten Weltkrieg geteiltem Deutschland. Die jetzige Bevölkerungszahl liegt bei 1.400 Einwohnern.
Die hier veröffentlichten Angaben stammen aus der "Untersuchung über die Geschichte Wildenbruchs" von Dr. Georg Klünder, Pfarrer in Wildenbruch von 1933 bis 1950, veröffentlicht im Blickpunkt Spezial 10. August 2002.
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